Führung

Über meine Verständnis von Führung

Aus meiner Sicht wird noch immer in vielen Unternehmen, der Verwaltung oder sozialen Einrichtungen ein zu geringer Wert darauf legt, Führungskräften im Bezug auf ihre Persönlichkeit zu qualifizieren. Weiterbildung wird dort leider verstanden als Vermittlungsinstanz von fachlichem Wissen, unglücklich angelehnt an unser heutiges Schulsystem oder gar universitäre Lernplattformen.

Ich denke, die moderne Führungskraft muss selbstverständlich über eine hohe Fachlichkeit verfügen. Balanciert wird dies nur durch eine sehr hohe soziale und emotionale Kompetenz. Diese skills werden aber oft missverstanden als „wir haben uns doch alle lieb“ – Pfad oder Projektionsfläche für unerfüllte Wünsche nach Harmonie. Emotionale Intelligenz ebenso wie soziale Kompetenz sind weit entfernt von solchem Denken. Im Gegenteil, die Führungskraft ist herausgefordert, zu reflektieren Fragen wie: worin besteht der Unterschied im Bezug auf meine Fremdwahrnehmung, wie trete ich auf, wie reagieren ich auf Konflikte?

Viele Führungskräfte sind in der Praxis auf sich selbst gestellt, lernen auf dem schwierigen Weg nur nach dem Motto: learning by doing ohne richtige Handwerkszeuge oder gar eine temporäre Begleitung zu bekommen. Vergleichbar mit einem Meister, der den Lehrling den Umgang mit der Kreissäge selbst herausfinden lässt. Ich treffe häufig auf Führungskräfte, denen hätte es gut getan, wenn sie sich schon zu Beginn ihrer Karriere mehr mit dem Thema Mitarbeiterführung auseinandergesetzt und vor allem eigene Gedanken entwickelt hätten.

In meiner Vorstellung ist die Führungskraft fähig, ausbalancieren zwischen Ziel-Orientierung und Empathie, zwischen Achtsamkeit den eigenen Gefühlen gegenüber und der Fähigkeit klare Grenzen zu ziehen, zwischen einem hohen Anspruch an die eigene Arbeit und einem guten Ausgleich etwa in Form eines Hobbies oder Sport. Die moderne Führungskraft ist aber auch fähig, sich zu positionieren, Profil zu zeigen ohne hart oder gar tuff zu wirken, hat keine Angst vor klaren Entscheidungen und löst Konflikte nicht durch kuscheln.

Die Führungskraft findet auch eine Balance zwischen den Herausforderungen im Beruf und den Wünschen, sowie Bedürfnissen einer Familie oder Partnerschaft. Denn nur in der work-life-balance ist sie fähig ihre eigen Ressourcen als zentralen Motor gut zu bewahren.

Das alles mündet darin, dass die Führungskraft aus einer inneren Ruhe und Stärke als gereifte Persönlichkeit agiert. Der Motor meiner Arbeit ist Menschen darin zu unterstützen.